Oberschlesien – Streuselkuchen von zu HauseOberschlesien – Kolocz na droga.Oberschlesien – a Crumbcake from my Home.


„Oberschlesien – kołocz na droga“ Film dokumentalny Michała Majerskiego

Film „Oberschlesien – kołocz na droga“ Michała Majerskiego tworzy trzecia część osobistej trylogii filmowej w której koncentruje się na ludzkich losach i osobistych relacjach pomiędzy Polakami i Niemcami. Nawiazując formalnie i treściowo do swoich poprzednich filmów, podejmuje ponownie pytanie o znaczenie pamięci dla ocalenia swojej małej ojczyzny i własnych korzeni.
W poszukiwaniu odpowiedzi Majerski tym razem powraca z Niemiec na miejsca swojego dzieciństwa – na Górny Sląsk. Podobnie jak w poprzednich filmach, w centrum zainteresowania autora staje głębokie emocjonalne zakorzenienie człowieka ze swoim miejscem i traumatyczny wpływ tych powiazań na jego losy.
W miejsce opustoszałych i melancholijnych krajobrazów polskiego Pomorza z jego poprzednich filmów, pojawia się w tym filmie mentalny obraz Górnego Slaska.

Region Górnego Sląska przez lata był synonimen konflików polsko – niemieckich. Od czasów Plebiscytu w 1921 roku do otwarcia granic państwowych w 2007, polskie i niemieckie interesy zderzały się tu nieustannie. Przesuwające się granice i wieloetniczna tożsamość Slązaków były głównym zarzewiem konfliktów.

Jak jest dzisiaj ? Zaczać by trzeba jakie są jego dzisiejsze granice i gdzie leżą te ziemie, ten region o którym się słyszy, że tam umarła Oma, urodził się bracik, a ciotki i ujki musieli wyjechać do rajchu i potracili majątki.

Kiedy dzisiaj jedzie się odnowioną autostradą z Niemiec, to żaden szyld czy znak drogowy nie mówi gdzie Sląsk się zaczyna lub kończy.

Gdzie wobec tego gdzie on leży, a może już go nie ma skoro niemal wszyscy etniczni górnoślązacy wyjechali lub uciekli do Niemiec – albo się spolszczyli ? Jaka kultura wypełniła te luki?
Aby tę zagadkę rozwiązać Michał Majerski przyjechał na kilka miesiecy z kamerą na Górny Sląsk. Szukał śladów i ludzi którzy mogliby mu opowiedzieć co się stało po wojnie ze Sląskiem i jego specyficzną wielojęzyczną kulturą, gdzie się ona podziała ?
Dlaczego nie spełniły się nadzieje Slązaków na zmiany, na większą niezależność po otwarciu granic z Europą ? Dlaczego panuje tu fobia przed niemiecką kulturą ?
Jakie nadzieje na przyszłość mają mieszkańcy Sląska którzy
odczuwają z nim emocjonalny związek ?

Metodą pracy Michała Majerskiego, reżysera filmów dokumentalnych jest przedewszystkim udanie się z kamerą w drogę. Po drodze rozmawia z przypadkowo poznanymi ludźmi. Intencją reżysera jest oddanie tym ludziom głosu, gdyż ich losy są częścią jego własnej biografii.

Michael Majerski

„Streuselkuchen von zu Hause – Begegnungen in Oberschlesien“ polnischer Titel: „Oberschlesien – Kolocz na Droga“
Ein Dokumentarfilm von Michael Majerski
Lektorat von Senfkornverlag in Görlitz.
Darauf hat man lange gewartet: „Streuselkuchen von zu Hause – Begegnungen in Oberschlesien“ ist ein bemerkenswerter Dokumentarfilm von Michael Majerski über den vergessenen Volksstamm der Oberschlesier. Diese sowohl vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit geförderte DVD wird jeden tief berühren, der aus Oberschlesien stammt oder dem diese Region am Herzen liegt. Es ist ein Film, der unter den Oberschlesiern mit Sicherheit heftig diskutiert und weiteste Verbreitung finden wird. Die vielschichtige und vielfach geschundene oberschlesische Seele wird in vielen Gesprächen mit unbekannten jungen und alten Oberschlesiern aber auch mit bekannten Landsleuten wie Prälat Pyrchalla aus Gleiwitz, dem Journalisten Michael Smolorz oder dem Vorsitzenden der Autonomiebewegung Jerzy Gorzelik dargestellt.
Alles, was zur kommunistischen Zeit auch durch polnische Chauvinisten an Unrecht an Deutschen in Oberschlesien geschah und unter den großen Teppich des Vergessens gekehrt werden sollte, wird hier dokumentiert. Zeitzeugen schildern detailliert Einzelheiten der brutalen Zwangspolonisierung der angestammten Oberschlesier. Auch das Heimweh und die Entwurzelung bis hin zur inneren Zerrissenheit von oberschlesischen Aussiedlern vor und Auswanderern nach 1989 wird dargestellt.
Dabei wird allerdings einseitig viel Sympathiewerbung für die oberschlesische Autonomiebewegung betrieben und allein „Schlesisch“ zur identitätsstiftenden und -sichernden Muttersprache deklariert. Das Ausmerzen der deutschen Sprache nach 1945 wird dargestellt, aber Deutsch hat in diesem Film in Oberschlesien keine Perspektive. Gustav Freytag, August Scholtys und Joseph Freiherr von Eichendorff sprachen jedoch ebenso Deutsch wie die oberschlesische Geschichte schreibenden Adelsfamilien von Donnersmarck, Schaffgotsch oder Ballestrem, wie ein Hans Lukaschek, ein Carl Ulitzka und ein großer Teil der heute in der Heimat und in der Fremde lebenden Oberschlesier. So fördert oder dokumentiert der Film die gefährliche Tendenz, dass heute in Freiheit nicht das Polnische sondern das „Schlesische“ die ursprüngliche deutsche Muttersprache in Oberschlesien verdrängt. Zur Achtung des schlesischen Dialekts sollte jedoch auch der Respekt vor der deutschen Sprache kommen, die eine überragende Bedeutung für die Erschließung der Vergangenheit Oberschlesiens aber auch seiner Gegenwart und Zukunft besitzt. Denn zur Renaissance der oberschlesischen Identität im heutigen Oberschlesien gehört nicht nur die Autonomiebewegung und der Einsatz für die schlesische Mundart, sondern auch die allmählich wieder zurückkehrende deutsche Sprache und Kulturarbeit, die in diesem Dokumentarfilm leider kein Thema sind. Dabei geht es nicht um nationale Vereinnahmung, sondern um den Erhalt jener typisch deutschen oberschlesischen Eigenart, die auch in Zukunft eine Bereicherung des vielvölkerhaften Miteinanders und Charakters Oberschlesiens darstellen sollte. Auch kann man den in Oberschlesien lebenden Polen, die inzwischen in der zweiten und dritten Generation dort leben, nicht generell ein Bekenntnis zur oberschlesischen Heimat absprechen, wie dies wiederholt in diesem Dokumentarfilm geschieht. Es gibt polnische Oberschlesier und wer heute für Deutsche und „Schlesier“ in Oberschlesien Zugeständnisse bei der polnischen Politik durchsetzen will, ist dabei in besonderer Weise gerade auch auf die Unterstützung wohlmeinender polnischer Oberschlesier angewiesen.

Trotz dieser Einwände muss man Michael Majerski bescheinigen, einen für die Oberschlesier wichtigen und anregenden Dokumentarfilm geschaffen zu haben, dem man nur eine große Verbreitung wünschen kann. Die Oberschlesier haben Nationalsozialismus, Kommunismus, Vertreibung, Aussiedlung und Zwangspolonisierung überstanden und man darf gespannt sein, wie sich die polnische, tschechische, „schlesische“ und deutsche Komponente unter den bekennenden Oberschlesiern in Zukunft in einem freien Europa entwickeln wird. Wünschenswert jedenfalls ist ein weiterer ähnlicher Dokumentarfilm, der auch die heutige, üppig aus Deutschland und zunehmend auch vom polnischen Staat geförderte Entfaltung deutscher Identität, Sprache und Kulturarbeit in Oberschlesien darstellt und nicht nur Oberschlesier aus dem Revier, sondern auch im Oppelner und Ratiborer Land zu Wort kommen lässt.
Die etwa einstündige DVD „Streuselkuchen von zu Hause – Begegnungen in Oberschlesien“, ein Dokumentarfilm von Michael Majerski kann zum Preis von 19,90 Euro zzgl. Versandkosten bei der Schlesischen Schatztruhe, Brüderstraße 13, 02826 Görlitz, Tel. (03581) 40 20 21, www.schlesien-heute.de bezogen werden.

Michael Majerskis über seinen Film „Oberschlesien – kołocz na droga“
„Lass mal, jetzt ist hier Polen!“

Der Filmemacher Michael Majerski aus Berlin hat mit dem im vergangenen Jahr erschienenen Film „Oberschlesien – kołocz na droga“ (Streuselkuchen von zu Hause) für heftige Debatten gesorgt. Till Scholtz-Knobloch befragte ihn, wieso ein Dokumentarfilm so starke Emotionen auslöst.

Herr Majerski, Schlesien ist in Deutschland heute eher unbekannt. Nach den Filmen „Meines Vaters Haus“ und „Meiner Mutter Land – ich war eine Deutsche“ beschäftigen Sie sich ganz unmittelbar mit der Sicht der Oberschlesier auf Schlesien heute. Wie sind die Reaktionen?
Mich wundern die Reaktionen. Obwohl der Film relativ unbekannt ist, sind die Säle voll, die Leute stehen vor dem Kino auf der Straße um ihn zu sehen, und es entsteht eine sehr emotionelle Diskussion danach. Ich frage mich: Was ist denn hier los? Bei so einem doch einfachen Film, der eigentlich nur – wenn auch selektiv – über Dinge berichtet, die eigentlich bekannt sein sollten. Genau das ist oft nicht der Fall. Es gibt Leute – auch Ältere – die in der Schule oder von den Eltern nichts über die deutsche Vergangenheit dieses Land gelernt haben weil es ein Tabuthema nach dem Krieg war. Das war auch bei mir der Fall. Meine Eltern haben mir auch nicht auf Fragen geantwortet, sie sagten immer: „Nun lass es mal, es ist vorbei, jetzt ist hier Polen!“.

Haben Sie eine Idee, wieso so viele Oberschlesier sich so distanziert zur eigenen Geschichte stellen?
Diese Haltung kann ich sehr gut verstehen, sie war einst auch meine Haltung und vielleicht ist sie es noch …? (überlegt). Ich bin in Oberschlesien aufgewachsen und 1972 ganz bewusst weggegangen und ich habe mir gesagt: „Ich komme nie wieder hierher“. Jetzt aber, nach so vielen Jahren, habe ich auf meine Vergangenheit besonnen. Meine Eltern leben nicht mehr und ich konnte ihnen nun keine Fragen mehr über Schlesiens Geschichte stellen. Deswegen dachte ich, dass ich einen Film über Menschen mache, die mich selber interessieren. So, als ob die Leute vor der Kamera meine Eltern wären. Je tiefer man in den Wald geht, umso mehr Bäume stehen vor einem. Die Geschichte hat sich für mich verkompliziert, weil ich auf eine unglaublich reiche Geschichte gestoßen bin. Setzt man die komplizierte Politik dazu wird es noch komplizierter.

Der Film ist also in erster Linie für Sie selbst gedacht?
Ja, aber es ist eine normale Situation, denn man macht entweder Handwerk fürs kommerzielle Fernsehen oder man macht Filme als Künstler. Filme machen ist mein Beruf und die letzten drei Filme sind eigentlich meine drei Filme, die ohne Auftrag entstanden sind.

War das Publikum ein ausschließlich oberschlesisches oder gab es auch polnische Zuschauer, die auf verschlossene Seelenwelten stießen?
Im Publikum sah ich meistens die alten Autochtonen. Die Polen interessieren sich herzlich wenig dafür, und von den wenigen, die da waren, sind einige raus gegangen – auch mit Türknallen. Die Geschichte, die im Film gezeigt wird, steht zwischen Deutschland und Polen und passt weder Polen, aber auch nicht den Deutschen. Die Reaktionen aus Reihen der Deutschen Minderheit oder in Deutschland sind eher nicht positiv. Der Vorwurf ist – was ich auch verstehen kann – da kämen keine Polen und keine Deutschen zu Wort bzw. solche, die man so identifiziert. Viele Deutsche, die ich gerne interviewt hätte, konnten kein Deutsch, zumindest kein brauchbares – ich wollte aber niemanden lächerlich machen. Ich werde in meinem nächsten Film versuchen, zu erklären, warum sie kein perfektes Deutsch sprechen. Ich möchte gerne Spuren deutschsprachiger Kultur zeigen und fragen, ob die deutsche Sprache hier Zukunft hat.

Wollen Sie in Europa zeigen, dass dies ein Land voller unverarbeiteter Spannungen ist oder wollen Sie eher den Leuten hier helfen, die eigene Vergangenheit besser zu verstehen?
Auf eine ganz komische Weise verstehen den Film alle. Man ist mir dankbar, dass man endlich von Schlesien etwas erfährt, worüber man nichts wusste. In Deutschland wie in Europa. Und interessanterweise trifft genau das auch auf viele hiesige Schlesier vor allem in der jungen Generation zu.

Sie haben als Filmemacher bereits mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen gesprochen. Können Sie eine spezielle oberschlesische Charakteristik ausmachen?
Meine drei Filme ähneln sich. Es geht um Menschen, die zwischen zwei Kulturen leben, meistens in Polen, und wenn sie in Deutschland leben, sind sie tief in der Kultur hier verwurzelt. Mir ist eben besonders aufgefallen, dass die Menschen bei persönlichen Betrachtungen noch sehr viel Angst haben. Viele wollen über Politik nicht reden.

Ist es eher Angst oder Scham, weil man sich als Mensch zweiter Klasse stigmatisiert gefühlt hat. Oder ist es ein Artikulationsproblem?
Ich rede über Oberschlesier, die polnisch gesprochen haben und sagten, sie wären Deutsche, was ich zu akzeptieren hatte. Aber zu diesen Themen sprachen alle komplett polnisch. Viele sagten, sie würden von Nachbarn verachtet, wenn sie ihre deutsche Zugehörigkeit preisgeben würden. Viele Oberschlesier sind weder in der deutschen Sprache noch in der Polnischen richtig zu Hause, sie haben ihren Dialekt. Dann ist es wohl doch eher Scham als Angst, denn man muss doch keine Angst mehr vor Repressalien haben. (Majerski überlegt lange) Moment… Es war für mich immer gut die Menschen von Anfang an Deutsch anzusprechen. Sie wussten dann, dass ich aus Deutschland komme und hatten weniger Hemmungen zu erzählen. Für sie war es sogar ganz wichtig zu wissen, dass ihre Geschichte nicht in Schlesien oder in Pommern bleibt. Vor allem bei den wenigen versprengt lebenden Deutschen in Pommern war es ganz wichtig, dass wir nur Deutsch kommunizierten.